Erfahrungsberichte: Neuseeland

Kristina Gurok und Julia Peters:

Wir haben uns beide für ein Austauschprogramm der Bezirksregierung Düsseldorf beworben, da das Preisleistungsverhältnis stimmt, ein gegenseitiger Austausch durchgeführt wird und die Länge des Aufenthaltes mit der verpassten Unterrichtszeit vereinbar ist. Aufgrund von zu wenig Interessenten auf der kanadischen Seite konnte ich (Kristina) nicht nach Kanada vermittelt werden, erhielt jedoch die großartige Chance an dem Programm nach Neuseeland teilnehmen zu dürfen. Ich (Julia) hatte das Glück, direkt einer neuseeländischen Partnerfamilie zugeteilt werden zu können. Die Vorfreude war dementsprechend groß!

Nach dem ersten Kennenlernen per Facebook und Skype landeten die beiden Neuseeländerinnen Anfang Dezember in Deutschland. Sowohl die Familie als auch die Freunde freuten sich auf das Kennenlernen und bemühten sich stets deutlich und langsam zu reden, um die Kommunikation zu erleichtern. Die zwei gemeinsamen Monate vergingen wie im Flug, waren aber eine sehr erlebnisreiche Zeit. Vor allem die traditionell gefeierten Feiertage, wie Nikolaus, Weihnachten und Silvester, waren besonders beeindruckend für unsere Gastschwestern.

Ende Februar machten wir uns dann gemeinsam auf zum anderen Ende der Welt. Nach ca. 30 Stunden Reise waren wir endlich in Neuseeland angekommen, zwar an weit auseinander liegenden Orten (Tauranga und Dunedin), doch in derselben Zeitzone (12 Std. vor der deutschen Zeit). Beide wurden wir in unseren Gastfamilien gut aufgenommen und konnten uns somit schnell integrieren und an dem Familienleben teilnehmen. Hin und wieder kam es zu kleineren Differenzen, die einem jedoch die Gelegenheit boten, aus solchen Situationen zu lernen und richtig mit ihnen umzugehen.

Zum neuseeländischen Schulsystem ist zu sagen, dass es sich deutlich von dem uns aus Deutschland bekannten unterscheidet. Es ist dort üblich, eine Uniform zu tragen, und zudem weit verbreitet, dass die Schulen geschlechterspezifisch getrennt sind. Beide haben wir uns schnell auf unserer jeweiligen Schule eingefunden, haben mit der Betreuung durch die Schule aber sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die Fächerauswahl spezialisiert sich mehr auf kreative Fächer und sportliche Aktivitäten sowie ein breites Angebot an Clubs. Schon nach einigen Tagen hatte sich das Sprachverständnis verbessert und man konnte dem Unterricht und den Gesprächen im Alltag leichter folgen.

Die Wochenenden waren erlebnisreich und wir sahen Neuseelands verschiedenste Seiten. Dazu kann man sagen, dass die Natur sehr beeindruckend ist. Und schon allein der neuseeländische Way of life führt zu guter Laune, da er sich täglich durch die Offenheit und Freundlichkeit der Menschen bemerkbar macht.

Ein besonderes Ereignis war für uns beide das Outdoor-Camp nahe Christchurch. Hier haben wir die Natur hautnah erlebt und sogar eine Nacht draußen im Outback von Neuseeland geschlafen, was schon der südliche Sternenhimmel ziemlich einzigartig gemacht hat.

Schneller als erwartet mussten wir uns dann von unseren Gastfamilien und liebgewonnenen Freunden verabschieden. Nach einem turbulenten Rückflug wurden wir von unseren Familien und Freunden freudig empfangen. Abschließend kann man sagen, dass der Austausch uns durch die zahlreichen neuen Erfahrungen und Erlebnisse die Möglichkeit geboten hat, unsere Persönlichkeit weiterzuentwickeln und das eigene Selbstbewusstsein zu stärken. Die neu geschlossenen Freundschaften und die Offenheit der Kiwis (wie die Neuseeländer auch genannt werden) hat uns sehr geholfen, unsere englischen Sprachkenntnisse zu verbessern.