Polen

Stadtwappen von GraudenzSeit 1991 besteht eine offizielle Schulpartnerschaft zwischen dem Evangelisch Stiftischen Gymnasium und dem Jan-Sobieski-III-Lyzeum (auf Polnisch: II Liceum Ogólnokształcące im. Króla Jana III Sobieskiego) in Güterslohs Partnerstadt Grudziądz (dt. Graudenz). Die knapp 100.000 Einwohner umfassende Stadt liegt an der Weichsel, rund 100 km südlich von Danzig und 200 km nordwestlich der Hauptstadt Warschau.

Seit dem Jahr 1991, in dem der Austausch zum ersten Mal stattfand, hatten über 500 polnische und deutsche Schüler Gelegenheit, mehr über ihr Nachbarland zu erfahren. Die Besucher nutzen die Zeit des Aufenthalts, um zum Beispiel gemeinsam mit ihren deutschen Gastgebern nach Münster und Köln oder ins Heinz-Nixdorf-Forum nach Paderborn zu fahren. Auf deutscher Seite zeichnet Geographielehrer Willi Pohl seit Beginn für den reibungslosen Ablauf des Programms verantwortlich.

Jeweils einmal im Jahr findet ein gegenseitiger Austausch von Schülergruppen statt. Die polnischen Schüler werden in deutschen Gastfamilien und am ESG betreut. Wenn die deutschen Schülergruppen in Polen sind, stehen neben Grudziądz Städte wie Danzig und Marienburg, aber mitunter auch Krakau, Posen, Auschwitz oder Warschau auf dem Besichtigungsprogramm. Die Stadt Gütersloh und das Deutsch-Polnische Jugendwerk leisten seit Jahren finanzielle Unterstützung für dieses erfolgreiche Austauschprogramm, das eine unverkrampfte Begegnung der Jugendlichen aus beiden Ländern ermöglicht und die europäische Verständigung fördert.

Zuletzt war vom 21. bis 27. September 2016 eine Gruppe polnischer Austauschschüler bei uns zu Gast; die nächste Fahrt nach Grudziądz findet vom 19. bis 26. Mai 2017 statt.

Polnische Austauschschüler zu Gast am ESG

Seit nunmehr 26 Jahren besteht das Austauschprogramm des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums mit seiner polnischen Partnerschule, dem Jan-Sobieski-III-Lyzeum in Grudziądz (Graudenz). Auch im Schuljahr 2016/17 wird die an der Schule fest etablierte Tradition im europäischen Geist fortgeführt. Schulleiter Martin Fugmann begrüßte die polnischen Gäste – 16 Schülerinnen und Schüler und zwei Lehrerinnen – und die am Austausch teilnehmenden deutschen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 in der Aula. Bei seiner Begrüßung betonte er, dass in einer Zeit, die geprägt sei von Abgrenzung und Einzäunung, ein Schüleraustausch nochmals an Bedeutung gewinne. So sei es wichtig, Vorurteile abzubauen und miteinander in Kontakt zu treten.

Besonders stolz ist das ESG darauf, dass die Zusammenarbeit und Freundschaft der beiden Schulen bereits seit 26 Jahren andauert und lebendig erhalten wird. Mathematik- und Erdkundelehrer Willi Pohl, der den Austausch 1991 initiierte und bisher begleitete, übergab die Organisation in diesem Jahr an seine Kollegin Carolin Ogoniak, die sich nun um die Fortführung des erfolgreichen Programms kümmert.

Deutsch-polnischer Brückenschlag: Gruppenbild in der Aula des ESG (Foto: Oliver Rachner)

Deutsch-polnischer Brückenschlag: Gruppenbild in der Aula des ESG (Foto: Oliver Rachner)

Für den siebentägigen Aufenthalt in den deutschen Gastfamilien sind Tagesausflüge nach Köln und Osnabrück geplant. Darüber hinaus wird den polnischen Gästen beim Besuch des Unterrichts ein Einblick in das deutsche Schulsystem gewährt. Im Vordergrund steht jedoch, dass die Schülerinnen und Schüler sich mit den Sitten und Bräuchen der anderen Kultur auseinandersetzen und Freundschaften geschlossen werden.

Sowohl die Stadt Gütersloh als auch das Deutsch-Polnische Jugendwerk leisten seit Jahren finanzielle Unterstützung für dieses erfolgreiche Austauschprogramm, das eine unverkrampfte Begegnung der Jugendlichen aus beiden Ländern ermöglicht und auf diese Weise die europäische Verständigung fördert.

Partnerschaft mit Grudziądz – eine Erfolgsgeschichte

„Auf den Spuren der deutschen Geschichte in Polen“ – unter diesem Motto haben im Jahr 2016 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums bereits zum 26. Mal seit dem Jahr 1991 ihre polnische Partnerschule, das Jan-Sobieski-III-Lyzeum, in Grudziądz (Graudenz) besucht. Nach dem Besuch der polnischen Schülerinnen und Schüler im September letzten Jahres freuten sich die Jugendlichen auf ein Wiedersehen und eine unvergessliche Woche mit ihren Austauschpartnern.

Doch in Polen erwartete die 24 Jugendlichen und ihre zwei Lehrer auch ein straffes Programm. So besuchten die Schüler etwa den Deutschunterricht am zweiten Lyzeum und erfuhren etwas über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des polnischen und des deutschen Schulsystems. Außerdem organisierten die polnischen Gastgeber Ausflüge nach Danzig, dem Geburtsort von Günter Grass, oder zur deutschen Kreuzritterburg in Malbork. So bekam die deutsche Schülergruppe einen vielfältigen Einblick in das Zusammenleben beider Kulturen über die Jahrhunderte. Besonders bleibt den Schülerinnen und Schülern wohl auch der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Stutthof in Erinnerung.

Neben dem offiziellen kulturellen Teil blieb den Schülerinnen und Schülern noch viel Zeit, sich mit ihren polnischen Partnern auszutauschen und gemeinsam die Zeit zu verbringen. So wurde zusammen natürlich das Fußballspiel Deutschland gegen Polen geschaut, gebowlt, an der Weichsel spaziert oder ein Konzert anlässlich des Stadtfestes von Grudziądz besucht.

Die deutsche Reisegruppe nach dem Shoppen in der Altstadt von Danzig

Die deutsche Reisegruppe nach dem Shoppen in der Altstadt von Danzig

Bereits über Pfingsten war eine vierköpfige Lehrerdelegation nach Grudziądz gereist, um Willi Pohl, Geographie- und Mathematiklehrer am ESG, als Organisator des Austauschprogramms zu verabschieden. Seit Beginn fand der Austausch unter seiner Leitung statt und führte viele Schülerjahrgänge in Güterslohs polnische Partnerstadt. Im Rathaus von Grudziądz wurde Willi Pohl von der Schulleitung sowie den Deutschlehrern des Lyzeums und dem Stadtratsvorsitzenden Arkadiusz Goszka herzlich für seine Leistungen, seine Einsatzbereitschaft und sein Durchhaltevermögen, den Austausch aufrechtzuerhalten, gedankt.

Sowohl die Stadt Gütersloh als auch das Deutsch-Polnische Jugendwerk leisten seit Jahren finanzielle Unterstützung für dieses erfolgreiche Austauschprogramm, das eine unverkrampfte Begegnung der Jugendlichen aus beiden Ländern ermöglicht und die europäische Verständigung fördert.

Polen 2016 – ein Erlebnisbericht

Von Marina Udhöfer

Nach gut neun Monaten war es endlich so weit! Gutes Wetter, gute Laune, nette Leute und eine Woche keine Schule! Mitte Juni fand unser Rückaustausch mit der polnischen Partnerschule, dem zweiten Lyzeum im Graudenz, statt. Voll motiviert sind wir als Truppe mit 21 Mädchen und drei Jungen, zwei Lehrern und unserem „privaten“ Busfahrer Thomas am Montag den 13. Juni 2016 um halb fünf Uhr morgens in den Bus gestiegen. Unsere Laune, die nach zehn Stunden Fahrt sowieso eher „mäßig bis mittelmäßig“ war, steigerte sich dann noch ins Ungemeine, als unser schöner Tourbus kontrolliert wurde und sich somit unsere sowieso schon ellenlange Fahrt bis um gut zwei Stunden verlängerte.

Als wir endlich Graudenz erreichten, wurden wir freudig von unseren Austauschpartnern begrüßt. Um unsere McDonalds-Verpflegung etwas auszupendeln, wurden wir um 18 Uhr mit Abendessen im Hotel empfangen. Da wir alle k.o. von der Busfahrt waren, konnten wir uns am ersten Abend zu nicht besonders vielen Aktivitäten motivieren, die meisten blieben daher im Hotel und legten sich direkt aufs Ohr.

An unserem ersten richtigen Tag wurden wir morgens in der polnischen Schule von der stellvertretenden Schulleiterin begrüßt. Zusammen mit unseren Austauschschülern haben wir im Anschluss den polnischen Schulablauf kennengelernt und besuchten den Unterricht. Das Schulsystem ist etwas anders als wir es gewohnt sind, zum Beispiel haben polnische Schüler bis zu elf Stunden ein Fach in der Woche und können bis zu drei Klausuren (zweistündig) an einem Tag schreiben. Auch können sie z.B. mehr als zwei Leistungskurse wählen.

Den Tag darauf verbrachten wir in einer der größten Städte Polens: Gdansk oder auf Deutsch: Danzig. Mit unserem Tourguide „Babsi“ besichtigten wir die Altstadt, darunter gefühlt unzählige Backsteingebäude wie z.B. die Marienkirche mit ihrem 82 m hohen Turm, was auf Dauer zu einer Art Running gag wurde. Eine Führung haben wir am folgenden Tag auch durch die deutsche Kreuzritterburg in Malbork gemacht. Hierbei wurde „Backstein“ schleunigst wegen lauten Gelächters durch „Ziegelsteine“ ersetzt.

Freitag war der wohl emotional herausforderndste Tag. Wir fuhren nach Sztutowo, zur Besichtigung eines ehemaligen Konzentrationslagers. Zu einer ohnehin schon tristen und angespannten Stimmung trug dann auch noch das Wetter bei. Denn es hat in Strömen geregnet und zwischendurch gewittert. Zum Glück wurde es später besser, sodass wir den Außenbereich einigermaßen trocken ansehen konnten. Damit wir „das Gesehene verarbeiten“ konnten, haben wir eine kurze Pause am Ostseestrand gemacht, was eine sehr gute Idee war, denn der Strand ist wunderschön.

Samstag und Sonntag verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern. Viele von uns kamen dem Angebot der Gastfamilien, eine Nacht am Wochenende bei ihnen zu verbringen, mit Freude nach. Vorerst gab es ein paar Kommunikationsprobleme, da manche polnischen Schüler bzw. deren Familien schlecht englisch und die meisten nur mäßig deutsch sprachen und so die Absprache nicht immer „erste Sahne“ war. Aber dennoch verbrachten wir alle letztendlich ein schönes Wochenende; manche haben eine Zugreise an den Strand gemacht, andere waren bowlen, im Kletterpark oder wurden von ihren Gastfamilien zum Essen eingeladen. Alle dort sind wirklich sehr gastfreundlich und geben sich die größte Mühe, uns einen möglichst angenehmen Aufenthalt zu gewähren.

In unserem Drei-Sterne-Hotel hatten wir bis aufs Wochenende volle Verpflegung, über Mittag bekamen wir Lunchpakete mit auf den Weg. Trotz unserer Unterrichtsfreistellung war leider nichts mit Ausschlafen, denn Frühstück war in der Woche vor den Ausflügen um 7.30 Uhr, nur am Wochenende um 9 Uhr, jedenfalls für diejenigen, die bis dahin noch nicht mit ihren Partnern unterwegs waren. Die Zeit zwischen den Ausflügen und dem Essen im Hotel stand stets zur freien Verfügung für Verabredungen mit den Austauschpartnern, ebenso wie die Abende. Viele sind vorzugsweise zum Chillen und Spazieren an die nahegelegene Weichsel gegangen.

Am Montag sind wir um 5 Uhr morgens aufgebrochen. Die Rückfahrt verlief reibungsloser als die Hinfahrt. Abgesehen von ein, zwei kurzen Staus sind wir gut durchgekommen und waren einigermaßen pünktlich wieder am Gütersloher Stadttheater. Ab dann war die Freude wieder besonders groß … denn am Dienstag ging die Schule wieder los. Davon waren selbst Herr Ostermeier und Frau Ogoniak, unsere Organisatoren und Begleiter, sehr begeistert.

Alles in allem fiel uns der Abschied sehr schwer. Denn es war eine aufregende Woche, die in schöner Erinnerung bleibt und leider viel zu schnell vorbeiging.