Geographie Sekundarstufe II

 
Albert Bierstadt, Storm in the MountainsDas Fach Geographie wird am Evangelisch Stiftischen Gymnasium in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe als Grundkurs, in der Qualifikationsphase dann als Grundkurs und Leistungskurs unterrichtet. Das Fach Geographie ist im Rahmen der Sekundarstufe II dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld zugeordnet, es weist aber auch inhaltliche und methodische Elemente des naturwissenschaftlichen Aufgabenfeldes auf.

Das Fach Geographie beschäftigt sich im inhaltlichen Bereich mit zentralen Fragen, die sich aus vielfältigen Funktionen des Raumes als Lebensgrundlage ergeben. Verschiedene Aktivitäten des Menschen stehen oft in Konkurrenz zueinander und können Konflikte und Risiken nach sich ziehen. Solche Nutzungskonkurrenzen machen es notwendig, naturräumliche Strukturen und Prozesse sowie die gesellschaftlich-politischen Zusammenhänge zu untersuchen, um letztlich auch gangbare Wege zur Vermeidung und Bewältigung von Konflikten aufzuzeigen. Konflikte können z.B. durch Ressourcen- und Flächenverbrauch entstehen.

Da die Sicherung der natürlichen Grundlagen ein wichtiges Handlungsziel ist, bilden die dazu notwendigen Kenntnisse der landschaftsökologischen Systeme einen wichtigen Teilbereich des Faches.

Zwei Prozesse sind für die Oberstufenarbeit im Fach Geographie besonders bestimmend, da sie zu einem weitreichenden Strukturwandel führen. Der Prozess der Globalisierung führt in wirtschaftsgeographischen Bereichen dazu, dass sich zunehmend weltweit Vernetzungen bilden. Bei dem Prozess der Regionalisierung geht es um innerstaatliche und grenzüberschreitende Entwicklungen, deren Untersuchung besonders praxisnah auch zu raumplanerischen Fragestellungen führt. Besonders wichtig hierbei ist die Erkundung des eigenen Nahraumes.

Eine weitere wichtige Fragestellung zielt auf die Untersuchung von Disparitäten, d.h. Ungleichgewichte zwischen verschiedenen Regionen der Erde und innerhalb einzelner Regionen.

Die erfolgreiche Bearbeitung der o.g. Fragestellungen verlangt ein zusammenhängendes Grundlagenwissen im Bereich der fachlichen Inhalte, aber auch die Beherrschung fachrelevanter Methoden und Formen selbstständigen Arbeitens. In diesem Zusammenhang lässt sich sagen, dass die materialorientierte Bearbeitung [Karten, Diagramme, Tabellen …] geographischer Fragestellungen das Fach besonders auszeichnet. Die originale Erkundung vor Ort ist ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt.

Die Erde aus dem WeltallEin Anliegen des Oberstufenunterrichts im Fach Geographie ist es, neue, aus der Praxis kommende Tendenzen aufzugreifen. Dazu gehört die Beschäftigung mit Geoinformationssystemen, die in Bereichen wie der Stadtplanung einen wichtigen Anwendungsbereich haben. Hier geht es darum, digitale Informationen verschiedener sachlicher und räumlicher Ebenen zu verschneiden. Ein Kontakt zum Institut für Geoinformatik der Universität Münster ist in diesem Zusammenhang hilfreich. Den neuen Erfordernissen des Faches entsprechend ist die Beschäftigung mit der (computergestützten) Auswertung von Fernerkundungsdaten (z.B. Satellitendaten) besonders aufschlussreich.

Die schulcurricularen Entscheidungen zum Geographieunterricht in der Oberstufe basieren auf den Inhaltsfeldern der Richtlinien für die Sekundarstufe II:

Inhaltsfeld I

Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse in der Wechselwirkung von natürlichen Systemen und Eingriffen des Menschen

Inhaltsfeld II

Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von wirtschaftlichen Disparitäten und Austauschbeziehungen

Inhaltsfeld III

Raumstrukturen und raumwirksame Prozesse im Spannungsfeld von Aktionen und Konflikten sozialer Gruppen, Staaten und Kulturgemeinschaften

Die in den Richtlinien vorgeschlagene Beispielsequenz ist Grundlage unseres Unterrichtes.

Die für das Zentralabitur relevanten, regelmäßig wechselnden unterrichtlichen Vorgaben für das Fach Geographie in der Sekundarstufe II finden Sie auch auf dem Bildungsserver des Schulministeriums Nordrhein-Westfalen.